16. Mai 2017 Goldloch Rudolf Röllin
Teilnehmer 5 Damen, 3 Herren (inkl. TL)

Bericht von Rudolf Röllin

Fünf Damen und drei Herren machten sich auf die Goldsuche im Goldingertal. Das Wetter war für diesen Zweck ideal. Wir fanden die Stelle auf Anhieb. Die weiteren Details stehen im ausführlichen Tourenbericht.

Bericht von Rudolf Röllin

Von Goldlöchern im Goldingertal steht geschrieben:

Es war vor vielen, langen Jahren, als im Goldingertal zwei junge, krauslige, südländisch aussehende Burschen erschienen. Gross und klein guckten nach ihnen, die Bauern durch die Astlöcher im Tennstürli und das Weibervolk hinter den Vorhängen hervor.

Das Treiben der beiden nahm sich gar sonderbar aus. Sie stiegen in jedes Bächlein hinab, um im Geröll zu stochern. Sie klopften mit ihren Hämmern an alle Felsen und wo sie im Gestein etwas Glänzendes zu erhaschen vermochten, steckten sie es in ein ledernes Säcklein. Nach einiger Zeit hatten die Leute herausgebracht, dass die beiden Fremden sich Venediger nannten und Gold suchten.

Am Abhang der Kreuzegg, da wo jetzt das Steingewirr des abgebrochenen Berges liegt, gruben die Venediger eine mächtige Höhle. An den Wänden und am Boden kratzten sie den Sand ab und trugen ihn in ihren Säcklein fort. Ihr Quartier hatten sie in „Jöslis“ Haus bezogen. Das ist heute die Wirtschaft „Sonne“ in Hintergoldingen. Obschon sie dort mit verschiedenen Einheimischen zusammenkamen, liessen sie kein Wort vom Gold verlauten. Sie gruben so lange bis am 28. Hornung 1757 die Höhle und der ganze Berg zusammenfielen.

Aber die Venediger wurden nicht kopfscheu. Am Dägelsberg begannen sie eine neue Höhle auszugraben. Auch da arbeiteten sie mit grossem Fleiss, ja sie gruben so tief in den Fels hinunter, dass dem Brunnen in der Hübschegg das Wasser abgegraben wurde……

Soweit die Überlieferung.

Tatsache aber ist, dass am 16. Mai, einem wunderschönen Frühlingstag, fünf Damen und drei Herren des Bergclub Züri von Hintergoldingen zum Dägelsberg wanderten, um dort das Goldloch zu besichtigen und hoffentlich ein paar Goldnuggets zu finden. Auf dem kleinen Vorplatz vor dem Stolleneingang wurde ein warmes Jäcklein angezogen und die Stirnlampen aufgesetzt. Der Zutritt war jedoch durch ein massives Eisentor und mit einem Vorhängeschloss versperrt. Vielleicht ist doch etwas Wertvolles dahinter verborgen? Ich hatte einen Schlüssel besorgt und so konnten wir in den ersten, horizontalen, 20 m langen, Stollen eintreten. Dann folgten ein 12.5 m tiefer, senkrechter Schacht mit einer Leiter, dann nochmals ein horizontaler Stollen von 12 m Länge, ein weiterer senkrechter Schacht, 4 m tief mit Leiter und dann noch zwei Löcher, je 1.5 m tief. Man stelle sich vor: die ganze Höhle wurde vor ca. 250 Jahren mit Spitzeisen und Hammer von Hand aus dem kompakten Nagelfluh Felsen herausgeschlagen. Wieviel Gold damals oder bei unserem Besuch gefunden wurde, ist und bleibt ein Geheimnis. Hans hat auf jeden Fall etwas glitzern gesehen und er kam zuletzt wieder ans Tageslicht. Er liess sichaber nicht in die Taschen schauen und insbesondere unsere Damen wehrten sich gegen eine Leibesvisitation. Begeistert waren alle TeilnehmerInnen auch von der idyllischen Landschaft, die sie das erste Mal bewundern konnten. Dass das Goldingertal den Zürchern unbekannt ist, liegt wohl an den Verkehrsverbindungen. Als ÖV-Tour stellte sie erhöhte Anforderungen: ab Zürich HB und zurück musste, je nach Zählart, immerhin 12 Mal ein-, um- und ausgestiegen werden. Nach einem schönen, erlebnisreichen Tag kehrten alle frühzeitig nach Hause zurück.

Bilder von Hans Richner