12. Apr. 2018 Kristallhöhle Kobelwald (mit BCSG) Trudi Bruderer
Teilnehmer 9 Damen, 5 Herren (inkl. TL)

Bericht von Trudi Bruderer (BC SG)

Es scheint, dass von Zürich und von St. Gallen nach Appenzell am heutigen Tag alle Bahnstrecken renoviert werden. Nicht nur die St. Galler, auch die Zürcher Reisenden müssen mehrmals auf Extra-Autobusse umsteigen. Doch vollzählig treffen alle rechtzeitig in Brülisau ein: 9 Personen vom Bergclub Zürich (super) und 5 Personen vom Bergclub St. Gallen. Leider müssen wir die Zürcher bereits anfangs der Tour enttäuschen; wir können ihnen keinen Startkaffee offerieren, da das Restaurant in Brülisau geschlossen ist. Trotzdem starten wir gut gelaunt Richtung Resspass. Der Föhn bläst uns kulant den Berg hoch; doch greift er zeitweise ganz hinterlistig auch seitlich an, dass wir wie Betrunkene wanken. Über das Feuchtgebiet Mäder gelangen wir zum Resspass, wo eigentlich ein Trinkhalt eingeplant wäre, den wir in Folge des Sturms bleiben lassen. Wir flüchten abwärts in den Forstwald, über Schneefelder und gurgelnde Bächlein zum Forstseeli. An diesem mystischen Ort lassen wir es uns wohl ergehen und geniessen die Ruhe.

Nach geraumer Zeit spornt uns der angekündigte Kaffeehalt im Montlinger Schwamm zum Aufbruch an. Sandra, die Wirtin vom Montlinger Schwamm, ist speziell für uns vom Rheintal hochgefahren, um uns im heimeligen Bergbeizli einen wohlduftenden Kaffee mit Nussgipfel zu verwöhnen. - Danke Sandra! Physisch aufgewärmt und psychisch gestärkt (!) geht’s steil im Zickzack den steinigen Waldweg runter, dem Schwammbach entlang zur Alp Strüssler. Nach erneutem Aufstieg, auf dem Hochmoor Chienberg, geniessen wir eine grossartige Sicht ins Rheintal, zum Bodensee und bis zu den Vorarlberger Alpen. - Ein Wegweiser weist zum „Restaurant Kienberg“. Stephan meint vorwurfsvoll: „Du hast uns das Restaurant Kienberg unterschlagen!“ Da aber weit und breit kein Restaurant sichtbar ist, nehme ich an, dass dieses während der Wintersaison gleich wie die Rinder ins Tal disloziert wird.

Wir konzentrieren uns ganz auf das Gehen auf der Schotterstrasse und bemerken erst jetzt, dass wir vor dem Eingang zur „Kristallhöhle Kobelwald“ stehen. Die sympathische Höhlenwartin Andrea empfängt uns mit einem herzlichen „Hallo“. Nach einer kurzen Erklärung über die Entdeckung und über die Gesteinsvorkommen in der Höhle und mit dem Bergleute-Gruss „Glück auf“ führt sie uns ins Innere des Berges. Wir gelangen, immer dem Höhlenbach entlang, über eine Sintertreppe in die erste Halle und weiter bis zum Ende der für die Besucher begehbaren Höhle. Die Höhlenatmosphäre, die Calcit-Kristalle, die Tropfsteine, das rauschende Wasser sowie die Ton- und Lichtverhältnisse üben auf uns Besucher eine grosse Faszination aus. Als begehbare, wasserführende Höhle mit einem grossen Kristall-Vorkommen ist sie einmalig in der Schweiz. Einmal mehr stellen wir fest: „Was die Erde scheinbar zu verbergen sucht, ist wertvoll und unschätzbar exquisit.“

Nach der Höhlenführung wandern wir bis nach Kobelwald, wo wir uns den öffentlichen Verkehrsmitteln anvertrauen. Eine interessante und vielfältige Genusswanderung in einer abwechslungsreichen Landschaft geht zu Ende.