4.-6. Sep. 2017 Dreitagestour zur Studenten-/Fletschhornhütte Franz Hägi

Bericht und Bilder von Irene Guntern

Unsere Dreitagestour zur Studentenhütte - ein Kleinod in einer rauen Umgebung -
wird zu einem wunderbaren Erlebnis. Franz hat an alles gedacht, was es in einer nicht gewarteten Hütte so braucht.

Montag
Gemütliche, abwechslungsreiche Wanderung von Visperterminen nach Gspon. Sonniger, warmer Tag. Der Gemeine Sadebaum und Wachholder verströmen ihre würzigen Aromen. Im „Alpenblick" bewirtet uns Lisa mit Crew herzlich und grosszügig. Unser hübsches Dreimädel-Zimmer bietet Blick auf Balfrin und Weisshorn. Man fühlt sich den „Grossen" ganz nahe.

Dienstag
Motiviert und neugierig machen wir uns an diesem wiederum sonnigen Tag zur Studentenhütte (auch Fletschhornhütte genannt) auf. Franz hat uns davon bereits beim letztjährigen Dreitäger, als wir auch auf dem Gsponer-Höhenweg wanderten, erzählt. Die Tour ist abwechslungsreich und wir haben genug Zeit für den Aufstieg.
Erst folgen wir gemütlich dem Gsponer-Höhenweg, bis wir dann bald in weglose, steile Hänge geraten. Kurz aber heftig, kann man wohl sagen. Nach knappen zwei Stunden landen wir aber schon wieder in gemütlicherem Gelände; still gelegte Suonen ermöglichen ein bequemes Weiterkommen. Nach etlichen Stunden Wandern und immer wieder überraschenden Naturerlebnissen kommen wir bei „unserer Hütte" auf 3041 m an. Ist auch gut so, denn unsere Rucksäcke wurden in der Schlussetappe nicht leichter. Auch die Höhe begannen wir zu spüren.
Bei Ankunft wird Franz an allen Fronten aktiv: Herdfeuer entfachen für heisses Wasser, „Schiitli" machen, Schlafraum vorbereiten, etc. Wir staunen nicht schlecht, was er alles für das Abendessen und Frühstück organisiert (und mitgeschleppt) hat. Es gibt ein köstliches Risotto mit Marroni, angereichert mit einem Pilzgericht, für das Maria unterwegs fleissig gesammelt hat. Danke, Maria!
Oberhalb der Hütte geniessen wir den Panoramablick zurück ins Rhonetal, angefangen vom Saflischtal über den Galenstock, Rhone-, Fiescher- und Aletschgletscher, Bietschhorn und all den Bergen weiter westlich, deren Namen sich meiner Kenntnis entziehen. Nach einem Abend mit netten Gesprächen geht's in den Schlafraum, wo mittlerweile die Kälte gebrochen ist, denn wir haben fleissig Holz nachgelegt.

Mittwoch
Gestern Nacht war Vollmond, der sich aber im Gewölk verlor. Heute entgehen wir den Wolken mit jedem Schritt talabwärts und geniessen das ruhige Tempo. Der Rucksack ist leichter, die Steinmänner (oder -Frauen?) weisen uns den Weg. Die Sonne wärmt uns auf. Wir passieren die Stelle, wo wir am Vortag mit zwei Schafhirten und einer rassigen Schäferin ins Gespräch kamen, die Ausschau hielten nach den vielen Schafen (weit über 200 an der Zahl), die sie zwei Tage später zu ihren rechtmässigen Besitzern zurückführen sollten. Wolfgeschichten waren aber keine zu hören! Auf einem Plateau weit ob Saas-Balen machen wir eine letzte, lange Rast. Viel Ruhe ist spürbar. Wo genau geht wohl dieser Höhenweg nach Grächen durch - auf der gegenüberliegenden Talseite? Wir sind am Rätselraten. In bequemem Zick-Zack steigen wir nun in lichten Lärchenwäldern nach Saas-Balen hinunter. Kurz vor dem Dorf stossen wir auf schöne Wasserfälle, bei denen wir uns erfrischen können.

Franz, herzlichen Dank für ein aussergewöhnliches Bergerlebnis. Es war eine faszinierende Tour. Allen herzlichen Dank für die schöne Kameradschaft unterwegs.